Damit meine ich nicht das Lied der Duisburger Kapelle Eisenpimmel (da fehlt ja auch noch ein “unten”), sondern das neue Werk des Bochumer Lokalpatrioten Hennes Bender, indem es um Deutschlands schönste netteste Gegend, dem Ruhrgebiet, geht.
Eigentlich stehe ich ja nicht so auf Comedians, aber ich brauchte vorgestern am Dortmunder Hauptbahnhof was zu lesen und irgendwie wirkte das Buch auf mich sympathisch, was es dann auch war. Vorhin auf der Heimfahrt habe ich es beendet (knapp 260 Seiten) und auch wenn die ein oder andere Poente nicht mehr so ganz taufrisch war (”Gib mich die Pommes”), musste ich mich doch unverhältnismässig oft in der Bahn zusammenreissen um nicht loszuprusten.
In dieser schlimmen H1N1-Zeit macht man sich damit in einer Bahn vermutlich nicht so viele Freunde.
Wie auch immer, irgendwie ging es mir die ganze Zeit auf den Sack, dass fast jedes Kaff (Hamm, Marl, Oer-Erkenschwick, Hattingen) erwähnt wird, aber nicht Herten… Europas weltschönstes Herten wohlbemerkt und nicht dieses Kaff bei Rheinfelden.
Heute morgen (ich war zu dem Zeitpunkt auf Seite 205) habe ich dann per Facebook dem Autor eine Nachricht geschickt und mich bitterlich beschwert, schliesslich gibt es in Herten echt sehenswerte Dinge wie die Halde Hoheward (Europas grösste Haldenlandschaft) oder das westfälische Spargelmuseum in Herten-Scherlebeck (Home Sweet Home).
Ja, stocksauer war ich!
ABER: Eine gute Stunde später erhielt ich sogar eine Antwort. Nicht gerade zu Kreuze kriechend und die Bemerkung das Herten ja eher münsterländisch ist, kann man so oder so sehen, aber trotzdem irgendwie nett.
Wie auch immer, da sass ich dann vorhin in der Bahn und kurz vor Schluss traf mich der Schlag. Er erwähnt Herten. In einem Satz mit verschlafen und Travestie-Theater, aber immerhin. Verschlafen ist sogar eine sehr nette Bezeichnung für Herten. So als würde man einen in den letzten Atemzügen liegenden Komapatienten als rüstigen Rentner bezeichnen.
An dieser Stelle: Entschuldigung! Wer hätte ahnen können, dass da kurz vor Ende noch Informationen rausgehauen werden, die selbst mir als gebürtigen Hertener unbekannt waren, denn es gibt seit kurzem wirklich ein Travestie-Theater in Herten, wie eine kurze Recherche bei Google ergeben hat.