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Archive for the ‘Merkwürdige Dinge’ Category

Ruhr2010 - Ballons und Chöre

Sonntag, Juni 6th, 2010

Vor einiger Zeit schrieb ich in diesem Blog, dass ich Touristengruppen im Ruhrgebiet knipsen werde, vonwegen Kulturhauptstadt und so.
Hier mein erster Beitrag:

Das Bild entstand vor knapp zwei Wochen, als mein Nachbar und ich eine Tour auf die wunderbare Hohewardhalde machten, um uns Schachtzeichen anzusehen. Eigentlich waren es mehr Segways, die in strenger Formation die Halde stürmten, aber irgendwie habe ich die nicht geknipst.

Bei den Schachtzeichen wurden für eine Woche an ca. 300 ehemaligen Schächten grosse Luftballons auf ca. 80m Höhe gelassen und konnten bewundert werden. Klingt bescheuert, sah aber besonders von der Autobahn ziemlich cool aus und erfreute sich wirklich grosser Beliebtheit. Zwar machte an einigen Tagen den Veranstaltern das Wetter einen Strich durch die Rechnung, aber insgesamt würde ich die Aktion als durchaus gelungen bezeichnen.

Nachdem alle im Ruhrgebiet mit Ballons spielen durften, wurde gestern anlässlich des “Day of Song” gemeinschaftlich gesungen. Überall traten Chöre auf, egal ob Innenstadt, Arena oder Kanal, jeder der bei Stimme war, musste gestern mitsingen und um 12:10 wurde von allen Chören das Steigerlied gesungen.
Ich selbst habe da gar nicht so viel von mitbekommen, habe aber zumindest im örtlichen Real einen Männergesangsverein bewundern dürfen.
Bin mal gespannt, was für eine Aktion als nächstes kommt. Falls es ein grosses Vuvuzela-Konzert geben sollte, bin ich nun jedenfalls vorbereitet.

Ruhr2010 - Mein Beitrag

Freitag, Januar 8th, 2010

Morgen geht es los: In Essen findet die offizielle Eröffnungsfeier statt und
dann darf sich das Ruhrgebiet hochoffizziell mit dem Titel “Kulturhauptstadt Europas 2010″
schmücken. Ein wirklich exklusiver Titel, den nicht jede Stadt oder Region tragen darf
(ausser dem Ruhrgebiet in diesem Jahr nämlich nur noch Istanbul und Pécs).

Wie auch immer, was bedeutet das?
Ich weiss nicht, neben neuen Schildern auf der Autobahn und noch mehr renovierten Zechen
gibt es einen ganzen Haufen Kunst- & Kulturveranstaltungen, einem Picknick auf der A40 und
der Herbert hat natürlich ein Lied geschrieben.
Klingt ein bisschen wie Fussball WM meets Love Parade, nur mit Lichtinstallationen und Theater statt Fussball und Techno.
Man könnte meinen: Hauptsache Wurst, Pils und ein Zeitungsartikel, dann werden die Leute schon kommen.
Klappt bei anderen Veranstaltungen ja auch.

Für mich klingt das alles ein bisschen nach “Feld der Träume”, man verspricht sich hier wirklich eine Menge
von der Sache.
Aber wird es so werden?
Klar, ich mag Industriekultur und das Ruhrgebiet und werde mir mit Sicherheit ein paar Sachen ansehen
(mal schauen, was so angeboten wird), aber würde ich davon aus Oberbayern oder gar Spanien in das Ruhrgebiet reisen?
Bei der Expo (die ja nun wirklich bekannter ist) ging das schon nicht auf und alles was im kollektiven Gedächtnis hängen geblieben ist, ist ein bepisster Pavillion.

Aber: Vielleicht bin ich auch nur ein alter, trauriger Mann, der an allem was auszusetzen hat.
Daher hier mein Beitrag zum Thema Ruhr2010:
Jede Touristengruppe die mir in  diesem Jahr im Ruhrgebiet zufällig über den Weg läuft, wird von mir
geknipst und verbloggt oder in eine Galerie gestellt.
Mit Touristengruppen meine ich übrigens nicht eine holländische Familie im Centro, sondern
eine geführte Touristengruppe oder wenigstens eine Gruppe mit Digicams, irgendwo im Ruhrgebiet.
Ob die dabei aus Tokio oder aus Köln-Deutz kommt, ist dabei egal.

Mal sehen, wie man in 257 Tagen über Ruhr2010 denkt. Ich bin gespannt!

Das bedeutet Krieg

Mittwoch, Dezember 23rd, 2009

Ich war heute einkaufen.

(Kurze, dramatische Atempause)
Einkäufe am 23. Dezember bedeuten ja häufig Mord, Totschlag, Scheidungsgründe und weinende Kinder.
Man kann auf die Strasse gehen und die Leute fragen, NIEMAND will freiwillig an einem solchen Tag einkaufen gehen, denn das machen nur Deppen.

Heute war ich einer dieser Deppen, da ja der Kühlschrank auch an Weihnachten gefüttert werden muss.
Aber ich verzichte heute mal auf einen dramatischen Bericht und schreibe einfach mal die Weihnachtsversion:

Da wir morgen früh noch Plätzchen backen wollen und der Kühlschrank allgemein nicht mehr sehr gut bestückt war, entschied ich mich zu einem Besuch in den nächsten Supermarkt mit Vollsortiment, also keinen Discounter und auch nicht so ein Riesending, wo alles drin und alles dran ist.
Da wir zufällig so einen Markt haben, der meist eher leer ist, fuhr ich in Ruhe hin und freute mich bereits auf dem Parkplatz über das grosszügige Parkplatzangebot. Nachdem ich einen der vielen freien Einkaufswagen in Beschlag nahm, schlenderte ich durch die nahezu menschenleeren Gänge und fand alles was ich brauchte und sogar alles, was wir für die Plätzchen brauchen.
Sogar eine mysteriöse Zutat namens Orangeat sprang mich bei der Suche fast an und das obwohl ich noch nie davon gehört habe und keine Vorstellung vom Aussehen der Packung hatte.
Im Einkaufsradio lief mit “Pinball Wizard” von The Who dann sogar noch eines meiner Lieblingslieder und schlussendlich stand an der Kasse nur eine einzige, ältere Dame vor mir, die aber ihre Einkäufe zügig verstaute.
Da ich über einen Gesamtwert von 20 Euro kam, gab mir die Kassiererin sogar noch ein Tütchen mit Mini-Twix mit und ich fuhr entspannt wieder heim.

Ja, eine tolle Weihnachtsgeschichte, oder?
Das schönste ist: Genau so und ohne jede Übertreibung hat es sich zugetragen!
Ernsthaft!

Cart Picking

Freitag, November 27th, 2009

Wie heute bereits der breiten Weltöffentlichkeit per Twitter mitgeteilt, habe ich ein neues Hobby erfunden: Cart Picking.
Die Idee kam mir gestern abend bei REAL.
Alles was man dazu braucht ist einfach nur absolute Boshaftigkeit, Schadenfreude und natürlich einen Supermarkt (gerne an einem Samstag in der Vorweihnachtszeit).

Der Spielablauf ist folgender:
Man beobachtet eine unsympathische Person und wartet, bis sie den Einkaufswagen irgenwo abstellt, um in einem Gang einen weiteren Artikel zu holen.
Währenddessen schnappt man sich ein wichtiges, aber möglichst unaufälliges bereits eingepacktes Produkt aus dem Einkaufswagen und legt es irgendwo anders hin.
Ziel ist es nun, dass die Person nicht mehr während des Einkaufs, sondern erst daheim merkt, dass etwas verdammt wichtiges fehlt.

Grau ist alle Theorie, daher hier ein Beispiel:
Ein junger, blondgelockter Schönling im rosa Poloshirt will abends seine Freundin beeindrucken und kauft daher zwei Flaschen Wein, Trauben, Käse und einen Korkenzieher.
Was muss man ihm aus dem Einkaufswagen mopsen?
Den Korkenzieher!
Warum?
Nun, der Korkenzieher ist zum einen der vermutig kleinste Artikel, der aber am wichtigsten ist, denn ohne Korkenzieher bekommt er die Flasche nicht auf und Trauben und Käse sind ohne Wein auch irgendwie doof… und einen wegstecken kann er dann auch direkt vergessen.

Anmerkungen:
1.Ich übernehme keine Haftung!
2.Der “Gegenspieler” darf den Artikel noch nicht bezahlt haben.
3.Ich habe es selbst noch nicht ausprobiert, müsste aber MINDESTENS so witzig sein wie Zahnpasta unter der Türklinke.

Schlafender Engel…

Montag, August 10th, 2009

Unser Michel, wunderschön und so zerbrechlich. Fast zu schön für diese Welt und ausserordentlich tugendhaft.
ABER: Um diesen Zustand zu erhalten muss man hart an sich arbeiten und benötigt ausreichend Schlaf.

Homer und gewisse Ängste

Freitag, Februar 13th, 2009

Kurze Zusammenfassung: In der oben genannten Simpsons-Folge befürchtet Homer, dass Bart vielleicht schwul werden könnte und unternimmt allerhand dagegen.

Warum ich darauf komme?
Vohin war ich in der örtlichen Videothek und durfte live einem Elternpaar beim Kampf um die Seele ihres Sprösslings beiwohnen. Während die Mutter sich nämlich bei den normalen Filmen umsah (wenn ich jetzt “Erwachsenen-Filmen” schreiben würde, denkt jeder an Pornos, die meine ich aber nicht… also dieses Mal nicht), suchten sich Vater und Sohn einen Kinderfilm aus. Der Sohn wählte einen Rapunzel-Film, allerdings mit Barbie als Rapunzel.
Papa hat das aber gar nicht gefallen und er verbot (!) seinem Kind diesen Film, “Der Film ist reine Geldverschwendung!”
Natürlich konnte der kleine Mann (er mag viellecht 5 gewesen sein) das nicht verstehen und lief zur Mutter, welche ebenfalls nicht verstand, was gegen Rapunzel sprach. Die aufklärenden Worte (und das verzweifelte Gesicht) des Vaters änderten natürlich die Meinung des Vaters und so gab es dann keine Barbie für den Kleinen.
Ich befürchte, dass der Kurze jetzt irgendwo vor einer Plakatwand sitzt und sich Marlboro-Werbung ansehen muss. Wenn er brav ist, fährt dann der Papa heute abend noch mit ihm ins Stahlwerk…

Der beliebte Amüsierbetrieb

Montag, Januar 19th, 2009

Tja, schade. Wie wir am Samstag bereits im Rahmen einer Mini-Stadtrundfahrt (Brauhaus, Kaufland, Puff, Wagner-Manor) feststellen durften, hat der ortsansässige Sauna-Club wieder seinen Namen in Amnesia geändert. Schade, ich fand McF… echt witzig.
Mehr darüber gibts heute in den Ruhrnachrichten.

Eine Freundin von uns, ging da übrigens mal jahrelang ein und aus. Damals war der Laden aber noch ein ganz normales Fitness-Studio.

CHANGE

Dienstag, Dezember 9th, 2008

Da der Trinkpartner und ich uns ja jetzt anscheinend für die GROSSE Politik interessieren, hier ein Wahlkampfspot. Böse Zungen mögen behaupten, wir wären spät dran, aber wir sind einfach nur langsam. Passend zum Kandidaten!

Schämen soll er sich!

Samstag, November 15th, 2008

Hat jemand schonmal den Namen “Lutz Heilmann” gehört?
Ich nicht, aber ich kenne mich mit Politikern der Linken nicht aus und sie interessieren mich auch nicht.
Jedenfalls hat es dieser Typ per einstweiliger Verfügung geschafft, dass Wikipedia nicht mehr unter www.wikipedia.de aufgerufen werden kann.
Ich erspare mir an dieser Stelle mal ein paar Kommentare bezüglich freier Meinungsäusserung, hinterher bekomme ich sonst auch noch einen dran.
Ob das gute Werbung für seine Partei ist, sei mal dahingestellt, die alten Ost-Vergleiche werden sie damit jedenfalls nicht abschütteln können.

Sonntags in Castrop

Sonntag, September 14th, 2008

Da Julia ja zur Zeit auf Malta ist, ich heute irgendwie nicht so wahnsinnig Bock auf Informationssysteme hatte und mir eh ein bisschen die Beine vertreten wollte, bin ich heute zum Trödelmarkt auf die Lange Strasse in Castrop-Rauxel Habinghorst gefahren.
Die Lange Strasse ist eigentlich so eine kleine Fussgängerzone, die allerdings ziemlich runtergekommen ist.
Dönerbuden, Spielhallen und Büdchen mischen sich perfekt mit dem passenden Klientel.
Während ich jedenfalls den Trödelmarkt so lang schlenderte kam mir eine Theorie, dass man am besten eine Stadt charakterisieren kann, wenn man Sonntags durch die Fussgängerzone schlendert.
Auf der Reeperbahn hat das damals schon ganz gut funktioniert (oder Stefan?) und in eher schönen Gegenden sitzen bei schönem Wetter lauter Leute in irgendwelchen Bistros und schlürfen Latte.
Ich parkte jedenfalls das Auto in der Nähe des örtlichen Pennertreffs (wo übrigens der pralle Frühschoppen tobte) und in manchen Fenstern hingen ein paar traurige Gestalten und unterhielten sich mit irgendwelchen anderen Leuten von der “Frühschicht”.
Einer suchte übrigens ein paar Leute, die ihm beim Sofa tragen helfen würden.
Ich fragte mich, woher das Sofa wohl stammt und wieviel Leute darauf bereits verendet sind.
Ein paar hundert Meter weiter, stand eine Frau und verkaufte Schmuck.
Die Frau wirkte irgendwie extrem gruselig.
Nicht, dass sie einen Buckel hatte, nach Schnaps stank oder einen Vollbart trug.
Sie wirkte einfach, wie jemand auf ziemlich harten Drogen und pries ihre Schmuckstücke in einer Lautstärke an, die man normalerweise eher Fischen zuordnet.

Ansonsten ist es echt erstaunlich, was die Leute auf Flohmärkten heutzutage alles anbieten.
Ich meine nichtmal die kommerziellen Händler, die irgendwelche chinesischen Toilettenbrillen-Imitate an den Mann zu bringen versuchen, sondern durchaus die “richtigen” Trödler. Hörspiele, Bücher und so mögen ja ganz gut gehen, aber bei einigen Sachen frage ich mich, wie die diese Sachen jemals verkaufen wollen.
Ich meine nichtmal eklige Sachen (Palette Eier für ´nen Euro), sondern ganz gewöhnliche Sachen wie irgendwelche uralten Grafikkarten, die auf ´nem Grabbeltisch liegen oder schmutzige Lampenschmirme aus Grossmutters Zeiten.