Jammern 2.0
Es wird zu viel gejammert!
Zugegeben: Bei einer solchen Aussage freut sich jedes Phrasenschwein.
Ich meine aber nicht, dass im alltäglichen Leben zu viel rumgeheult wird, sondern im “virtuellen Leben”.
Darf man die Zeit, die man im Internet soziale Kontakte pflegt so nennen?
Ich denke schon, ist mir auch egal. Es dürfte klar sein, was gemeint ist.
Egal ob per Twitter, Facebook oder in Internetforen.
Überall teilen es die Leute einem mit, sobald sie sich in irgendeiner Art leicht unwohl fühlen.
Sei es durch Hüsterchen, Müdigkeit oder Ohrensausen.
Besonders gerne wird erstmal durch Emotes wie *röchel* oder *gähn* die eigene Befindlichkeit wie mit Trompeten angekündigt, bevor die Symptome derart genau beschrieben werden, dass man auch ohne Erste-Hilfe-Kurs eine recht genaue Diagnose stellen kann (Wird schon kein Lupus sein).
Aber anscheinend bin ich der einzige Mensch, den sowas nervt, denn neben vielen Beileidsbekundungen (*knuddel*), bekommen die Leute von ihren Online-Freunden gerne auch direkt einen fachmännischen Therapieplan (”Viel trinken ist wichtig” - mein Lieblingsrat).
Warum wird sowas gemacht?
Sind wir mal ehrlich. Ein “Ohh… Du Armer. Gute Besserung!” mag die Seele streicheln, aber ist es denn auch ehrlich und aufrichtig gemeint?
Irgendwann ist der Vorrat an Genesungswünschen doch auch mal aufgebraucht.
Ist ein bisschen wie bei dem kleinen Jungen der rief, das die Wölfe kommen.
Was ich aber letztlich sagen will:
Wenn jemand was ernstes hat, sei es eine richtige Grippe, eine Blinddarmentzündung, Knochen kaputt oder sonstwas ernstes, dann interessiert es mich natürlich schon.
Aber es muss mir wirklich niemand mitteilen, wenn er müde ist oder sich gerne die Nase putzen möchte.
Tags: *gähn*, *röchel*, *schneutz*
Januar 22nd, 2010 at 8:33 am
[...] mich schon in der Vorfreude suhle hat der Bob in seinem Hundehaufen unter der Überschrift „Jammern 2.0“ über das Jammern in unserem „virtuellen Leben“ nachdenkt und richtigerweise [...]