Julia und ich verbrachten das Wochenende in Wuppertal.
Klingt nicht besonders exotisch (Wuppertal ist nur knappe 50km entfernt), aber das Hotel in das es ging war nicht so ganz alltäglich, denn der Bau des “Art Farbik & Hotel” gehörte früher mal der Familie Friedrich Engels und ist heutzutage ein Hotel mit angeschlossener Künstlergalerie und einigen speziellen Künstlerzimmern. Wir hatten zwar kein Künstlerzimmer, dafür aber ein Zimmer mit Sauna, was ich persönlich ja ziemlich geil fand.
Beim einchecken bot uns der schwule Bruder von Jude Law (Jodie Law) zwar auch eine Suite an (für nur 20 Euro Aufpreis), diese sahen wir uns dann auch an, aber bis auf viel mehr Platz und einer Theke gab es nix, was wir nicht auch hatten. Statt Sauna gab es auch nur eine Wärmekabine für eine Person und das wollten wir nicht.
Unser Zimmer hatte aber auch alles, was man so in eine 4-Sterne-Bau braucht, sogar WLAN und eine gefüllte Minibar für lau (allerdings “nur” mit Cola, Bier, Wasser und Saft).
Nachdem wir uns dann im Hotel umgesehen hatten (viele echt coole Ecken mit Kunstwerken) waren wir Freitag abends noch in einem Brauhaus, in welchem vorher ein Schwimmbad war. Also kein 60er Jahre-Hallenbad, sondern so ein richtig altes Schwimmbad, an dem vermutlich Kaiser Willhelm seine helle Freude gehabt hätte. Die Sparerips waren toll, das Bier war lecker und statt einer Jukebox gab es ein pneumatisches Tuba/Akkordeon-Duo. Als ich einen Euro reinwerfen wollte, wurde es kurz vorher leider abgestellt, da der DJ irgendwann beginnen wollte, schade.
Samstag, nachdem wir das echt tolle Frühstück genossen hatten und uns die hausinterne Galerie gegeben haben, fuhren wir mit der Schwebebahn zum Wuppertaler Zoo (ich bin vorher noch nie Schwebebahn gefahren, nur fast täglich H-Bahn in Dortmund), welcher entspannt leer war. Kleiner Tipp: Zoo-Besuche machen im Winter viel mehr Sinn, die Tiere sind aktiver und Familien, die ihre Kinder bereits auf Hartz IV vorbereiten, bleiben daheim.
Im Zoo haben mich dann die Arschloch-Wölfe geärgert. Die ganze Zeit haben sie geheult, so dass man es durch den ganzen Zoo hören konnte, nur wenn ich sie mir ansehen wollte, waren sie ganz lieb und sind in ihren Stall gegangen. Blöde Drecksviecher!
Da Julia nicht mit mir zum Drittliga Spiel zwischen Wuppertal und Erfurt gehen wollte (”Komm Julia, die 2. Halbzeit können wir noch schaffen”), sind wir nach dem Zoo wieder in die Innenstadt gefahren und haben in einer kleinen Pizzabude was gegessen. Dannach wollten wir noch einen Kakao (Julia), bzw. ein Eis mit heissen Kirschen (ich) in einem Café essen, aber der unfähige Kellner hat mich echt eine 3/4 Stunde auf mein Eis warten lassen (nachdem er 2x nachgefragt hatte, was ich denn nu wollte), so dass ich ziemlich sauer stornierte. Überraschend fand ich die Bemerkungen des Kellners, der es nach seiner Aussage auch gecancelt hätte und wohl weder von seinen eigenen Qualitäten noch den Qualitäten des Ladens überzeugt war. Ein solcher Mitarbeiter hat wohl wenig Chancen “Mitarbeiter des” Monats zu werden.
War ein bisschen wie in so einem Dialog bei “Herr Lehmann”, jedenfalls kam ich nicht recht damit klar, dass er meinen Ausführungen über die Qualität des Ladens nicht widersprach, sondern auch noch beipflichtete, was ich im Endeffekt noch mehr auf die Palma brachte.
Den abend haben wir dann mit diversen Sauna-Gängen, relaxen und dem stinklangweiligem Boxkampf verbracht und nachdem wir heute noch einen sehenswerten Weihnachtsmarkt in so einem Schlosshof besucht haben, habe ich vorhin den ersten Christbaum meines Lebens gekauft.
Ich warte eigentlich nur auf den Moment, in dem die Katzen den Baum umwerfen.
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